Eine Liebe, die auf einer Insel begann

Pferde haben mich mein ganzes Leben lang magisch angezogen. Schon als Kind, auf Langeoog, wo ich viele Sommer verbrachte, zog es mich immer wieder zum Ponyhof, zu den Kutschen, auf die weiten Wiesen der Insel. Dort saß ich stundenlang und beobachtete sie – ohne selbst zu wissen, wonach ich eigentlich suchte.
Reitkurse folgten, doch so richtig glücklich wurde ich damit nie. In meinem Kopf war ich längst ein anderer Reiter: einer, der sich als Cowboy fühlte und auch so reiten wollte. Also legte ich das Reiten für lange Zeit beiseite.

Der Umweg über den Westernsattel

Zurück zu den Pferden führte mich ausgerechnet der Rücken meiner Frau. Ich empfahl ihr, mit dem Reiten zu beginnen – und entdeckte dabei, dass es in Deutschland inzwischen eine lebendige Westernreitszene gab. Wir beschlossen, Westernreiten zu lernen: Reining, Pleasure, Cutting, Working Cow Horse. Ich liebte das Gefühl, auf einem Westernsattel durch die Gegend zu reiten.
Doch je tiefer wir in diese Welt eintauchten, desto klarer wurde: Cowboyhut und Chaps machen noch keinen echten Cowboy. Und was mich noch mehr störte – der Umgang mit den Pferden im Turniersport gefiel mir zunehmend weniger. Wir hatten inzwischen ein eigenes Pferd, und wir wussten: Wir wollten es anders machen.

Die Suche nach dem richtigen Weg

Wir besuchten Seminare bei Bernd Hackl, flogen in die USA, um dort als Cowboys zu arbeiten, und landeten mehr durch Zufall als durch Plan auf der Ranch von Pat Parelli in Pagosa Springs. Zum ersten Mal spürten wir, dass wir in die richtige Richtung gingen.
Aber das eigentliche Schlüsselerlebnis stand uns noch bevor.

22. November 2013 – der Tag, der alles veränderte

An diesem Tag fuhren wir als Zuschauer nach Köln, zu einer Clinic von Buck Brannaman. Und dieser Tag veränderte alles. Wir verstanden damals noch längst nicht alles auf der reittechnischen Ebene – aber wir begriffen sofort, dass hier ein Umgang mit Pferden gelebt wurde, den wir lernen wollten.
So begann eine Reise, die bis heute andauert. Über Buck fanden wir zu Ray Hunt und Tom Dorrance, und alles, was wir über diese außergewöhnlichen Pferdemenschen finden konnten, sogen wir förmlich auf. Wir flogen immer wieder in die USA, allein um Buck live zu erleben. Wer ihn reiten sieht, spürt die unglaubliche Harmonie zwischen ihm und seinen Pferden fast körperlich. Es ist wie Magie.

Der eigene Weg

Mir ist bewusst, dass mir Lebenszeit und Talent fehlen, um diese Fähigkeiten jemals auch nur annähernd zu erreichen. Trotzdem habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, es zu versuchen – und mit meinen eigenen Mitteln und Talenten dazu beizutragen, diese außergewöhnliche Philosophie weiterzutragen.
Aus diesem Antrieb entstand die Idee, Country-Abende mit Infotainment über echtes Horsemanship zu verbinden. Und so wurde „Tobi and the Real Horsemen“ geboren – ein Programm, das Musik, Geschichten und die Faszination für den ehrlichen, respektvollen Umgang mit Pferden zusammenbringt.
Kommen Sie mit auf eine Reise, die auf einer Nordseeinsel begann und in Sheridan, Wyoming ihre Bestimmung fand.